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Garten & Co

Mit dem Titel "(Un)kräuter sind Gaben Gottes" haben wir vor Jahren mit Kräuterwanderungen zum Festtag Mariä Himmelfahrt im Bistum Trier begonnen. Denn dieser Festtag ist in vielen Regionen mit der Tradition verbunden, sogenannte "Krautwischs" zu sammeln, Kräutersträuße, die gesegnet werden und die das ganze Jahr lang an die Heilszusage Gottes erinnern sollen. Kräuterwanderungen gibt es in unserem Programm immer noch, zu Mariä Himmelfahrt und zu anderen Terminen.

Der Blick auf die Kräuter und ihre Vielfalt öffnet den Blick auf die Vielfalt in der gesamten Natur, die Biodiversität. Neben viel Wissen, das wiederentdeckt und vermittelt werden kann, neben auch kritischer Auseinandersetzung mit dem Verlust von Biodiveristät durch unsere Produktionsbedingungen insbesondere in der Nahrungsmittelherstellung, führt dies auch zur Frage des Lebensstils, der für uns und für die gesamte Welt verträglich, wohltuend und gesund ist. Auch dazu finden sich immer wieder Veranstaltungen in unserem Programm.

Und schließlich geht es dann darum, Alternativen aufzuzeigen und dazu zu befähigen. Dazu gehört auch, selbst aktiv zu werden und auf dem Balkon oder in einem Garten (wieder) selbst Gemüse und Obst wachsen zu lassen. Das ist nicht mal nur eine Frage der Ökologie, sondern tut dem gärtnernden Menschen selbst sehr gut und eröffnet auch spirituelle Erfahrungsräume.

 

Kleine Kräuterkunde, nicht nur für den Corona-Spaziergang

  • Wiesenknopf

    • „Der Große Wiesenknopf vereint das Schöne mit dem Nützlichen“, heißt es in einem Kräuterbuch: Er ist eine geschätzte Zierpflanze, aber auch ein Würz- und Heilkraut.
    • Von den Wiesenknöpfen gibt es etwa 30 Arten, der Große und der Kleine Wiesenknopf sind die bedeutendsten. Beide könnt ihr verwenden.
    • Der Große Wiesenknopf ist Blume des Jahres 2021. Vom Kleinen Wiesenknopf unterscheiden ihn die Wuchshöhe (>1 m zu <0,5 m) und die durchgängig rote Knospe.
    • Lange vor der Petersilie wurde er als Küchenkraut genutzt; bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war er in fast allen Gärten zu finden. Er ist unverzichtbare Zutat der Frankfurter Grüne Sauce . Auch als Salatkraut, für Kräuterquark/-butter oder einfach auf dem Butterbrot ist er lecker  Erinnert euch der Geschmack auch an Gurke?
    • Der lateinische Name „Sanguisorba“ (sanguis = Blut, sorbere = aufsaugen) verrät, wozu er in der Heilkunde genutzt wurde. Er ist blutstillend, adstringierend, schmerzlindernd und entzündungshemmend. Die Gerbstoffe wirken auch gegen Durchfall und Blähungen  „Esst Pimpernell, dann sterbt ihr nicht so schnell!“
    • Beim Namen gibt es fast mehr Verwechselungsgefahr als bei der Pflanze selbst  Der Kleine Wiesenknopf, der zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse gehört, wird im Volksmund auch Pimpinelle oder Pimpernell genannt. Pimpinella mit botanischem Namen heißen die Bibernellen, die zur anderen Pflanzenfamilie der Doldenblütler gehören.
  • Giersch

    Der Giersch. Vom „klassischen“ Gärtner besonders gefürchtet, gehört er zu einem der besten Wildgemüse weil er:

    ⛏ nur schwer zu bekämpfen ist. Vermehrt sich durch unterirdische Ausläufer. Jedes Bruchstückchen, das beim Hacken und Jäten übrig bleibt, bildet neue Pflanzen ????.

    ???? lecker schmeckt (was natürlich Geschmackssache ist) - der Giersch hat ein feinwürziges Aroma von Möhre und Petersilie.

    ???? sehr viele gute Inhaltsstoffe hat ➡ 13mal mehr Mineralstoffe als Grünkohl, 4mal mehr Vitamin C als Zitronen, viel Provitamin A und dazu noch ein hoher Eiweißgehalt. Insgesamt regt Giersch den Stoffwechsel an, wirkt entzündungshemmend und entsäuernd und ist ein gutes Hausmittel bei Gicht oder Rheuma.

    ⚡️ Nicht zu verwechseln mit dem Hecken-Kälberkopf, der Hundspetersilie und dem Gefleckten Schierling (Blüte). Ganz sicher erkennt ihr den Giersch an:

    ???? seinem Geruch nach Möhre und Petersilie,

    ???? seinen dreiteiligen Blättern mit wieder drei Einzelblättern, dem gezackten Blattrand und dem „dreieckigen gekerbten Stängel“ (wie „Rhabarber in dünn“).

    ???? Was kann man wie essen?

    Die jungen, zarten Blätter ???? als Gewürz in Quark, Butter oder im Salat, oder als Gemüse in einer Quiche, als Pfannkuchenfüllung mit Schafskäse oder in einer Kräutersuppe ????.

    Die Blüten eignen sich als Deko auf Quark oder Dessert und die Samen könnt ihr als Brotgewürz verwenden. ???? Übrigens war der Giersch früher ein bekannter Spinatersatz.

    ???? Standort: im Halbschatten an Wegrändern unter Hecken oder Bäumen

  • Löwenzahn

    Löwenzahn - das vielleicht bekannteste Frühjahrskraut! Sein sattes Gelb ???? im frischen Grün erfreut nach dem langen und grauen Winter das Gemüt. Die vielen Samen der Pusteblume sind allerdings vielen Gärtnern ????‍???? eher ein Grauen. Dabei könnte auch hier helfen, was für manch ein "Unkraut" gilt ➡️ Nicht ärgern, sondern essen ????

    „Die Verwendungsmöglichkeiten des Löwenzahns sind schier unerschöpflich“, heißt es bei Eva-Maria Dreyer im Buch „Essbare Wildpflanzen Europas“ - denn alle Teile sind essbar, Blüten, Stängel, Blätter und Wurzel.

    ????Löwenzahn aktiviert den Stoffwechsel, stärkt, nährt und reinigt die Leber. Er regt die Nieren so stark an, dass er den Beinamen „Bettsaicher“ trägt ????

    ???? Gegen Müdigkeit hilft eine 14-tägige Löwenzahnstängel-Kur aus täglich fünf bis zehn Blütenstängeln, weiß Maria Treben.

    ???? Den mehr oder weniger herben Geschmack des Löwenzahnblatt- Salates ???? mildert ihr durch die Zugabe von Kartoffel oder Ei, Sahne oder Crème fraîche im Salat ab.

    ???? Das Aussämen verhindert ihr, indem ihr die Knospen erntet und sie in Butter gebraten oder in Essig eingelegt - als Kapernersatz - verwendet. Die Wurzel, in Scheiben geschnitten, schmeckt auf dem Butterbrot und getrocknet, geröstet und gemahlen ersetzt sie euch den Kaffee ☕️.

    Noch mehr Informationen zu dieser wunderbaren Pflanze erhaltet ihr auf ➡️http://www.wildkrautgarten.de/.../loewenzahn.../

  • Taubnessel

    ???? Taubnesseln sind nicht die „tauben“ = nicht „brennenden“ Schwestern der Brennnesseln. Sie gehören zu der Pflanzenfamilie der Lippenblütler.

    ???? Im Gegensatz zu den Brennnesseln haben sie sehr schöne Blüten, je nach Unterart weiße, gelbe oder rote.

    ???? Die purpurfarbene Taubnessel (unser Foto) blüht als erste, ihr findet sie jetzt schon an vielen Stellen. In milden Jahren blüht sie sogar im Winter. Da sie schnell wächst kann sie mehrere Generationen im Jahr hervorbringen.

    ???? Die Blüten (März bis Oktober) kann man abzupfen und auslutschen (oder auch ganz futtern), der Nektar darin schmeckt herrlich süß ???? – habt ihr das als Kinder vielleicht auch gemacht?

    ???? Die grünen Blätter habe eine ähnliche Form wie die Brennnessel, sind aber kleiner und vor allem: sie brennen nicht ????!

    ???? Was man damit machen kann? Außer Blüten lutschen? Tee kochen (z.B. „Frauentee“ gegen Menstruationsbeschwerden), Salat machen, Gemüse kochen oder ins Smoothie tun. Wie alle Wildkräuter hat die Taubnessel viele gesunde Inhaltsstoffe.

    ???? Insgesamt gibt es weltweit rund 50 Taubnessel-Arten, die ihr alle verwenden könnt.

    ???? Im Garten ist die Taubnessel ein hübscher Bodendecker und ein leckeres Buffet für Hummeln und andere Insekten.

     

  • Efeu

    Efeu - zwar ist diese Pflanze hochgiftig und nicht zum Verzehr geeignet, weswegen ihr den Hustensaft auf Efeubasis am besten in der Apotheke, kauft, dennoch könnt ihr ihn zu Hause verwenden als Waschmittel

    • Efeu enthält Saponine (Seifenstoffe) und ist - im Gegensatz zu Kastanien  – ganzjährig verfügbar.
    • Ihr nehmt eine Handvoll ältere Efeublätter, zerreißt diese und steckt sie in ein Wäschesäckchen - oder in eine der vielen Einzelsocken ????, die beim Waschen immer übrig bleiben - verknotet das Ganze und gebt es in die Waschtrommel. (Bei kalkhaltigem Wasser dankt es euch eure Waschmaschine, wenn ihr ein wenig Essig oder Waschsoda mit dazu gebt.)
    • Efeu eignet sich für leicht verschmutzte (Bunt-)Wäsche, denn Flecken lösen oder bleichen wird diese milde Seife eher nicht.
    • Ausführliche Infos zu Efeu als Waschmittel findet ihr auf www.utopia.de/.../efeu-waschmittel-selber-machen.../
    • Ist die Efeupflanze älter als 10 Jahre, wird aus ihr ein Strauch/Baum und sie bekommt Blüten. Da diese im Herbst blühen, wenn sonst nicht viel blüht und die Beeren im Frühjahr reifen, wenn es sonst keine Beeren gibt, ist Efeu eine wichtige Futterpflanze für Insekten und Vögel. Unser Filmtipp dazu: www.mdr.de/.../efeu-unterschaetzte...
    • Den Bäumen, an denen der Efeu gerne hochklettert, schadet er in der Regel nicht, da die Kletterwurzeln den Baum nicht aussaugen, sondern sich nur an ihm festhalten.
    • Im Christentum ist Efeu ein Symbol der Unsterblichkeit und auch deshalb als Grabpflanze sehr beliebt.
  • Schlehdornbeere

    In den vielen Höhenregionen des Bistums liegt momentan Schnee und so sind dort derzeit wenige Kräuter zu finden. Hebt ihr jedoch den Blick, seht ihr die blauen Beeren der Schlehe und davon auffällig viele.

    • Erwachsene dürfen Schlehen roh essen – rein theoretisch zumindest. Sie sind nicht giftig, jedoch ziemlich gewöhnungsbedürftig wegen ihrer Gerbstoffe hinterlassen sie sehr schnell einen „pelzigen“ Mund.
    • Gefrostete Schlehen werden süßer und bauen Bitterstoffe ab.
    • Die Gerbstoffe beruhigen Magen und Darm, helfen bei Entzündungen der Mundschleimhäute, kurbeln den Stoffwechsel an, und sind mit einem hohen Vitamin C-Gehalt wahre „Immunbooster“.
    • Die Kerne enthalten Blausäureglykoside - bitte in kleinen Mengen verzehren (die Gerbstoffe sollten den Verzehr größerer Mengen zu verhindern wissen) Kinder dürfen keine Schlehen essen!
    • Aus den Beeren kann man Saft, Sirup, Püree oder Marmelade kochen. Getrocknet können sie im Müsli oder als Tee genossen werden.
    • Manche von euch kennen Schlehen in Likörform, angesetzt mit Kandiszucker und Klarem - Wohl bekommt´s!
    • Knapp reife Beeren in Salzlauge eingelegt, sind als „Eifel-Oliven“ bekannt.
    • Blüten und Blätter kann man im Frühling als Gewürz verwenden.
    • Die Schlehe bekommt erst Blüten, dann Blätter das unterscheidet sie vom Weißdorn, dessen Blüten und Blätter ebenfalls essbar und gesund sind. Ein weiteres Erkennungszeichen sind die spitzen, kräftigen, ca. 2 cm lange Dornen.
  • Vogelmiere

    Ihr dachtet, dies wäre Unkraut - weit gefehlt: die Vogelmiere ist sowohl eine Gemüse- als auch eine Heilpflanze, die sich zugegeben für manch leidenschaftlichen Gärtner viel zu schnell verbreitet und nahezu ganzjährig Hochsaison hat.

    Wer sie im Salat genießt, kann sich an ihrem Geschmack, der an jungen, rohen Mais erinnert, erfreuen. Ganz nebenbei versorgt euch der Vogelmierensalat mit doppelt so viel Calcium, dreimal so viel Kalium und Magnesium sowie siebenmal so viel Eisen wie ein gewöhnlicher Kopfsalat.

    •  In der Volksmedizin findet sie Anwendung als Extrakt oder Tee gegen Atembeschwerden, Rheuma, Entzündungen und allgemein als stärkende und reinigende Pflanze.
    • Doch wie bei allen Heilpflanzen ist auch hier Vorsicht geboten: aufgrund des Saponin-Gehalts bitte in Maßen genießen ;-)
    • Weitere Informationen zur Vogelmiere und ein leckeres Salatrezept findet ihr auf https://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/…/
  • Gänseblümchen

    Ist euch auch aufgefallen, dass die Welt da draußen nicht nur gelb-orange-herbstlich oder gar novembergrau ist, sondern dass die Grünflächen wieder saftig grün leuchten???

    Ein ganzjährig blühendes Pflänzchen, das ihr alle kennt, aber vielleicht noch nicht gegessen habt, ist das Gänseblümchen. Der botanische Name „bellis perennis“ sagt: schön und das ganze Jahr hindurch.

    Zum bescheidenen Gänseblümchen passt der Ausspruch: „Stille Wasser sind tief“ besonders gut. 2017 war es „Heilpflanze des Jahres“. Zwar ist seine Heilwirkung schulmedizinisch nicht anerkannt, aber es enthält sehr viel Vitamin C: deutlich mehr auf 100 g als z.B. Kopfsalat. Also: eine Handvoll Blüten dekorativ auf den Salat streuen und unbedingt mitessen.

    Solltet ihr ausnahmsweise keine Blüten finden, aber sicher wissen, wo sie wachsen, dann schaut euch ruhig die Blattrosetten an: Sehen die nicht wie Feldsalat aus? Und genau so könnt ihr sie auch ernten. Nun gut, für eine ganze Schüssel Salat müsstet ihr sehr ausdauernd pflücken, aber um euren gekauften Salat mit natürlichen sekundären Pflanzenstoffen und inhaltsreichen Kräutern aufzupeppen, reicht auch schon ein Händchen voll.

  • Brennessel-Samen

    Unsere Kräuterreferentin schwört auf dieses heimische Superfood, um den Winter ohne Erkältung zu überstehen. Auch ich habe tatsächlich lange keine Erkältung mehr gehabt. Seit zwei Jahren esse auch ich im Winter Brennesselsamen. Ehrlich gesagt, vor allem deshalb, weil sie superlecker schmecken.

    Bei den Wanderungen des Themenschwerpunktes Schöpfung gibt es meist eine Kostprobe der gerösteten Samen, und ich kann feststellen: bisher sind alle Teilnehmenden ebenfalls begeistert.

    • Vitamin C wie Orangen und bis zu 80% Linolsäure.
    • Sammeln könnt ihr sie bis in den Oktober hinein und wenn ihr dazu gerade keinen Handschuh bei euch tragt, dann streift ihr einfach die Stängel und Blätter ein paar mal von unten nach oben ab. Damit brecht ihr die Brennhaare ab und könnt die Pflanze relativ gut anfassen. Falls es dann dennoch brennt: nehmt´s gelassen, soll gut gegen Rheuma sei .
    • Ergiebiger beim Sammeln sind übrigens die weiblichen Samenstände - hier hängen die Samen dicht an dicht schwer nach unten. Aber auch die „spirreliger“ abstehenden, nach oben gerichteten und nur wenige Samen enthaltende männlichen Samenstände können geerntet werden. Es heißt, sie würden sich geschmacklich unterscheiden  - probiert es einfach aus.
    • Die Samen lassen sich super lagern - vorher gut trocknen, dann habt ihr den ganzen Winter was davon.

    Und im Frühjahr gehen wir dann Blattspitzen sammeln, für leckeren Brennesselspinat!

  • Johanniskraut

    Mariä Himmelfahrt ist in der christlichen Tradition ein Kräutertag, „Krautwisch-Tag“. Jedes Jahr am 15.08.2020 ist es Tradition zu Ehren Maria Heilkräuter zu sammeln, zu einem Strauß ???? zu binden und segnen zu lassen. Ein guter Anlass, Heilkräuter wahrzunehmen und damit ein wenig fürs eigene Heil zu sorgen ????

    Die 7 bis 99 Kräuter, die in einen Krautwisch gehören können, möchten wir euch hier nicht vorstellen – würde den Rahmen sprengen. Gerne könnt ihr euch aber zu einer unserer Kräuterwanderungen in Altrich (Donnerstag, 13.8., 17 Uhr), Prüm (Freitag, 14.8., 15 Uhr) oder in Wasserliesch (Samstag, 15.8., 14 Uhr) anmelden ➡️ auf www.bildung-leben.de/veranstaltungen.

    Und was haben die Kräuter mit Mariä Himmelfahrt zu tun??? Genauer gehen wir darauf bei den Wanderungen ein. Hier nur so viel: Es geht um das körperliche und das seelische Heil. Und dazu möchten wir euch hier heute auf das Johanniskraut aufmerksam machen:

    ???? Heilpflanze des Jahres 1995, Arzneipflanze des Jahres 2015

    ???? Wirksam gegen nervöse Unruhe und Depressionen – verbindet also Körper und Psyche. Tee oder getrocknete Johanniskrautpräparate aus dem Fachhandel beziehen, besser nicht selbst sammeln

    ???? Johanniskrautöl für die äußerliche Anwendung ist entzündungshemmend und kann selbst hergestellt werden

    ???? Setzt die Empfindlichkeit gegenüber der Sonne herab, also im Sommer Vorsicht bei der Anwendung

    ???? Volkstümlich auch „Herrgottblut“, „Jesuswundenblut“ oder „Johannisblut“ genannt, weil bei Zerreiben der Blütenblätter roter Saft austritt.

    ???? Nach einer Sage kommt der Name daher, dass die Pflanze dort wuchs, wo das Haupt Johannes des Täufers zu Boden fiel, als Herodes ihn köpfen ließ.

     

    Fotos: Barbara Schartz

  • Spitzwegerich

    Eine tolle "Erste-Hilfe-Pflanze" die an vielen Wegrändern und auf viele Wiesen zu finden ist, ist der Spitzwegerich. Wie sein Bruder, der Breitwegerich, enthält er antibiotische, reiz- und entzündungshemmende Stoffe, weshalb man ihn bei Insektenstichen auf der Stichstelle zerreibt (oder in der hohlen Hand, anschließend die Stichstelle mit den ausgetretenen Pflanzensaft einreiben). Auch die enthaltenen Gerbstoffe sind nützlich, sie beschleunigen die Wundheilung. Wegen der entzündungshemmenden und schleimlösenden Wirkung wird Spitzwegerich auch gegen Husten verwendet. Aber auch kulinarisch kann man den Spitzwegerich verwenden, insbesondere sind die jungen Knospen. Mit ein wenig Knoblauchöl angebraten sollen sie nach Pliz schmecken. Sie können auch als Kapern in Öl konserviert werden.

  • Kamillearten

    Gerade bewahrheitet es sich wieder: wenn man etwas kennt, sieht man es überall!

    Aktuell sehen wir überall Kamille, und zwar nicht nur die, die wir vom Kamillentee kennen, sondern auch die „kleine, unscheinbare Schwester“ die strahlenlose Kamille.

    Richtet den Blick aufmerksam auf den Boden, dann findet ihr sie garantiert. Hier ein paar Infos zur strahlenlosen Kamille:

    • ihr fehlen die weißen Blütenblätter - ihre Blüte besteht nur aus dem gelben „Innenleben“,
    • als anspruchslose „Trittpflanze“ findet ihr sie oft auf Laufwegen, Trampelpfaden oder Parkplätzen. Selbst wenn diese gepflastert sind, dann wächst sie in den schmalen Zwischenräumen der Steine,
    • die Öle der "strahlenlosen Schwester" haben eine andere Zusammensetzung - ein wichtiger Wirkstoff fehlt - dennoch könnt ihr sie als beruhigenden Tee trinken,
    • ihre antibakterielle Wirkung ist wesentlich geringer als die der echten Kamille

    Neben der strahlenlosen findet ihr auf den Feldern noch die unechte und die „Hundskamille“. Sie sehen der echten Kamille zum Verwechseln ähnlich, aber es fehlt bei beiden der kleine innere Hohlraum im Blütenboden. Und es fehlt der typische Duft und damit auch das krampflösende Öl. Die Hundskamille soll sogar leicht giftig sein.

  • Waldmeister

    Im Mai möchte ich bei der Vorstellung von Wildkräutern das Augenmerk natürlich auf das Maikraut lenken, den Waldmeister.

    Die meisten kennen ihn vermutlich aus der Maibowle. Tipp: ▶️ Wer ihn ohne Alkohol verwenden möchte: man kann ihn auch in kaltem Wasser, Saft oder Milch ziehen lassen (6 bis 12 Stunden) oder mit heißem Wasser überbrühen für einen Tee. Dafür möglichst vor der Blüte sammelnd und, damit das Aroma sich aber entfalten kann, ein bisschen anwelken lassen, aber nicht klein schneiden. Nicht mehr als 3 g Kraut auf einen Liter Wasser nehmen, denn das Cumarin, das den typischen Geschmack verursacht, ist leicht giftig und führt rasch zu Kopfschmerzen und in hohen Mengen auch zu Leberschäden.

    Warum sollte man Waldmeister dann überhaupt verwenden? Neben dem leckeren Geschmack, falls man den mag? Es heißt, er sei beruhigend, entspannend, krampflösend, entzündungshemmend, antibakteriell, antioxidativ, antiviral (Cororna!) und herzstärkend. Und gut gegen Motten.

    Zu finden ist der Waldmeister derzeit in Laubwäldern, vor allem in Buchenwäldern, also: Waldspaziergang machen. Wer den Waldmeister näher haben möchte und über einen Garten verfügt: er mag es leicht schattig und feucht genug. Auf dem Balkon ist das schwierig, auch, weil er in Töpfen oder Kästen schnell zu trocken hat.

  • Knoblauchsrauke

    Bärlauch, der nach Knoblauch schmeckt und riecht, ist in den letzten Jahren in Mode gekommen. Es gibt ihn aktuell sogar im Supermarkt. Wer ihn in der freien Natur nicht findet, für den gibt es eine kostenlose Alternative: ▶️ Die Knoblauchsrauke. Sie wächst an vielen Stellen: an Wegrändern im Wald, im Gebüsch und in Hecken, auf Brachflächen und in Gärten. Häufig in der Nähe von Brenneseln, denn sie ist wie diese ein Stickstoffzeiger.

    Ihr Knoblauchgeschmack ist noch weniger intensiv als beim Bärlauch, verschwindet beim Kochen und ist nicht konservierbar. Ihr verwendet sie also am Besten frisch und gebt sie roh in den Salat, den Frischkäse oder den Kräuterdip.

  • Sauerampfer

    Für alle eifrigen Spaziergänger hier ein leckerer Tipp:

    Frische Frühlingskräuter haben im Vergleich zu gekauftem Gemüse ein Vielfaches an Vitalstoffen. Jetzt findet man beim Spazieren frischen Sauerampfer. Der schmeckt nicht nur vielen Menschen, sondern auch den Raupen einiger Feuerfalter und des Dukatenfalters.
    Tipp: ▶️ Am besten roh essen und in Maßen, denn neben gesundem Vitamin C enthält er auch das weniger gesunde Oxalat. Und bitte, wie alle Wildkräuter, nicht von stark durch Mensch oder Hund gedüngten Wiesen.