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Projekte des Klimaschutz-Managements

Seit 2018 werden die Weichen für größere Klimaschutzprojekte des Bistums gestellt.

  • Bischöfliches Generalvikariat

    Herr Krames, Sie haben das Trierer Generalvikariat unter die Lupe genommen, um ein Energiekonzept erstellen zu können. Was waren die größten Herausforderungen?
    Die Größe des Komplexes ist beeindruckend. Die Herausforderung dabei war es sicher, sich für diese Grüße eine sinnvolle Struktur aufzubauen und diese systematisch zu verfolgen. Unterstützt wurden wir dabei von Charlotte Kleinwächter, der Klimaschutzmanagerin beim Bistum, und von Peter Peters, er ist Architekt und Projektleiter beim Bistum. Sie hatten immer ein offenes Ohr für unsere Fragen.

    Wie muss ich mir so eine Analyse vorstellen? Wie lange hat das Erstellen gedauert?
    Von der Beauftragung bis zur Abgabe der Unterlagen haben wir ein knappes Jahr am Generalvikariat gearbeitet. Das Projekt hatten wir in zwei Teile aufgeteilt: Ein erster Bereich waren die Liegenschaften in der Mustorstraße 2, ein zweiter waren die Gebäude hinter dem Dom. Letztendlich ist auch die Wärmeversorgung für das Generalvikariat so aufgeteilt.

    Wie geht man mit einem Gebäudekomplex um, der sich aus vielen verschiedenen Bauteilen aus unterschiedlichen Bauphasen zusammensetzt?
    Man versucht eine Struktur aufzubauen und den Gesamtbereich in kleine Teilbereiche zu zerlegen. Anschließend arbeitet man sich dann Stück für Stück durch die Räume durch. Pete Peters ist ein ausgezeichneter Kenner der ganzen Gebäude. Er hat uns sehr mit seinem Wissen über die einzelnen Bauphasen der Gebäude unterstützt. Für mich ist aber immer auch wichtig, bei den Begehungen das Ganze auf mich wirken zu lassen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuzuhören. Gerade bei den Hausmeistern Philipp Friedrich und Gerd Weins liegt sehr viel Wissen über die Betriebsweise vor.

    Gibt es eigentlich Jahrzehnte oder Bauphasen, die besonders problematisch sind?
    Generell sind die Nachkriegsjahre kritisch, aufgrund der fehlenden Baumaterialien. Neuerdings kommt hinzu, dass durch die Niedrigenergiebauweise Fehler bei der Ausführung relevanter sind. In früheren Zeiten gab es zum Beispiel einen hohen Luftwechsel in den Gebäuden, schlicht, weil die Fenster, Türen und oft auch das Dach undicht waren. Bei der heutigen Bauweise muss ein Luftwechsel zur Feuchtigkeitsabfuhr aktiv herbeigeführt werden. Und falls es Wärmebrücken mit niedrigen Oberflächentemperaturen gibt, schlägt sich dort die Feuchtigkeit nieder und kann zu Schimmelbildung führen. Eine ständige Weiterbildung der Mitarbeiter ist deswegen notwendig. Durch Blower-Door-Tests, mit denen die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen wird und mit dem Lecks in der Gebäudehülle aufgespürt werden können, oder auch mit der Thermografie kann man zeigen, ob die energetischen Anforderungen erfüllt sind.

    Wo sollte jetzt angesetzt werden, wenn es ums Energiesparen im Generalvikariat geht?
    Grundsätzlich sollte alles auf das Ziel der Bundesrepublik Deutschland, bis zum Jahr 2050 CO₂-neutral zu werden, ausgerichtet sein. Das ist aber nur erreichbar, wenn wirklich auch alle Gebäude des Generalvikariates dieses Ziel der Klimaneutralität erreichen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden kann man nur schwer mit einer Dämmung der Außenhülle arbeiten. Daher geht es hier vor allem um eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung. Für den Strom könnte das Bistum eine eigene Windkraftanlage oder ein großes Photovoltaikfeld auf einem geeigneten Gelände im ländlichen Bereich betreiben. Vielleicht gibt es auch Liegenschaften mit Wasserrecht an geeigneten Gewässern um ein Wasserrad zu betreiben. Wir haben in unserem Konzept verschieden Vorschläge dargestellt. Aus diesen Vorschlägen können jetzt einzelne Maßnahmen auf dem Weg in die emissionsfreie Zukunft entwickelt werden. Das braucht sicher Zeit. Jedoch dient das Konzept dazu, bei allen Maßnahmen eine ‚Leitplanke‘ zu haben, um in die Richtung CO₂-Neutralität zu gehen.

    Was ist Ihnen bei den Begehungen besonders aufgefallen?
    Was uns als gravierend aufgefallen ist, ist die Überdimensionierung von Heizungspumpen. Im Bereich „Hinter dem Dom“ gibt es dafür zwei Beispiele: Die Pumpe, die die Wärme zu der Grundschule am Dom und zu der St. Helena-Schule fördert, verbraucht bei Betrieb mehr Strom als ein Einfamilienhaushalt, nämlich 1,2 kWh/d. Die Pumpe für den Warmwasserspeicher in der Küche der Cafeteria des Generalvikariates, in der aufgrund der Änderung in der Nutzung aber kaum noch Warmwasser gebraucht wird, kann statt der erforderlichen 73 kW bis zu 1.200 kW fördern. Diese Überdimensionierung kostet Geld. Die Bauabteilung hat daher vorgeschlagen, dass für alle Pumpen die Austauschpumpe vorab festgelegt werden sollte, damit bei Defekt direkt klar ist, welche Pumpe eingebaut werden soll. Auch die Heizungsbauer, die für das Bistum arbeiten, sollten ein kurzes Seminar über Pumpen besuchen. Man könnte das sogar als Zulassungsvoraussetzung ansehen. Das ist etwas Aufwand, aber er lohnt sich. Allein für den Bereich „Hinter dem Dom“ sind in den zurückliegenden 15 Jahren Mehrkosten im fünfstelligen Bereich aufgetreten.

    Was könnte jeder einzelne zum Energiesparen im BGV beitragen?
    Jeder kann zur Verringerung des Energieverbrauches beitragen. In der Regel sind es folgende Punkte: nur die notwendige Beleuchtung einschalten, PC und Monitor auf Standby schalten bei längerer Nichtnutzung und kurze Stoßlüftung statt Dauerkipp während der Heizperiode. Darüberhinausgehend kann jeder über sein Verkehrsmittel zur Arbeit nachdenken, ob es eventuell mit Fahrrad oder Bus und Bahn auch geht. Das muss nicht für jeden Tag festgeschrieben sein, aber vielleicht lässt sich es öfters einbauen. Und: Diese Energiekosteneinsparung kommt dem Mitarbeiter direkt und selbst zugute.

    Helmut Krames ist Inhaber des Ingenieurbüros „e+e Consult“ in Trier.

  • Museum am Dom

    2018 wurde für das Museum am Dom ein vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderter Sanierungsfahrplan erstellt. Als erster Schritt wird die Heizung auf Pelletbetrieb umgestellt. Weitere Sanierungsfahrpläne werden derzeit für die verschiedenen Gebäude des Generalvikariates erstellt.

  • Bistumsschulen

    An allen Bistumsschulen wurden im Winter 2018/2019 Heizungsreferenzmessungen durchgeführt. Einsparungen von mindestens sechs Prozent der Heizkosten sind zu erwarten, wenn die Maßnahmenempfehlungen umgesetzt werden.

  • Photovoltaik für Schuldächer

    Außerdem hat die Bistumsleitung entschieden, dass Schuldächer zukünftig für Photovoltaik genutzt werden sollen. Den Anfag machten 2019 fünf Schuldächer mit insgesamt knapp 3.000 Quadratmetern Dachfläche, die momentan auf ihre Eignung untersucht werden.

  • Recyclingpapier

    2018 hat das Bistum eine Dienstanweisung zur Verwendung von Recyclingpapier erlassen. Im Generalvikariat konnte dadurch der Anteil des Recyclingpapiers innerhalb eines Jahres von 17 Prozent auf 62 Prozent gesteigert werden.

  • Klimasparbuch

    Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für den Klimaschutz ist von großer Bedeutung. Neben zahlreichen Referententätigkeiten der Klimaschutzmanagerin ist vor allem das Klimasparbuch ein wichtiges Instrument. Es wurde von der Energieagentur Region Trier, der Landeszentrale für Umweltaufklärung (LZU), der Lokalen Agenda 21 Trier und dem oekom-Verlag herausgegeben. Damit ist es auch ein Beispiel für die Vernetzungsinitiativen des Bistums beim Klimaschutz.

  • Aktivitäten im Bildungsbereich

    Zu den Aktivitäten im Bildungsbereich zählten 2018 die Gründung des Arbeitskreises „Nachhaltigkeit und Schule“ sowie die Lernwerkstatt KlimaWandel-Weg, die den Bistumsschulen dank Unterstützung durch die Landeszentrale für Umweltaufklärung zur Verfügung steht.