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Umweltschutz im Bistum Trier


Katholische und evangelische Christen demonstrieren gegen den Klimawandel

Über den Tellerrand hinaus blicken

Trier – „Lasst uns Veränderung, die notwendig sind, um den Klimawandel abzumildern, angehen – jetzt!“ Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier, Dr. Jörg Weber, betonte bei einer Ökumenischen Andacht im Rahmen des weltweiten Klimastreiks auch die Verantwortung der Kirchen. Matthias Becker, Diözesanvorsitzender des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Trier, wies auf die globale Verantwortung hin. „Ein Blick zu unserem Partnerland Bolivien zeigt uns, dass wir diese Herausforderung nur gemeinsam lösen können.” Das weltweite Netzwerk „Fridays for Future“ hatte für den 23. September unter dem Motto „#PeopleNotProfit“ zum globalen Klimastreik aufgerufen. In Trier schlossen sich die evangelische und katholische Kirche mit der Ökumenischen Andacht als „Churches for Future” den Protesten an.

„Wir müssen über unseren Tellerrand hinausblicken”, sagte Becker. Gerade das sei auch die Chance der Jugend. „Wir erfahren in der Partnerschaft des Bistums Trier mit der katholischen Kirchen in Bolivien, dass die Menschen dort noch viel stärker vom Klimawandel betroffen sind.“ Nur gemeinsam könne man das Ziel einer lebenswerten Umwelt für alle erreichen. „Trotzdem: Wir müssen eine hoffnungsvolle Haltung einnehmen”, sagte Weber. “Energie zu sparen, immer mehr auf alternative Energiequellen zu setzen, noch mehr Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen, mit Lebensmitteln sparsam umzugehen - das klingt einfach, aber das Einfache kann wirkungsvoll sein, wenn es viele tun.”

Dieser Sommer werde in Erinnerung bleiben als einer der heißesten und trockensten überhaupt, hatten Dr. Jörg Weber und der Generalvikar des Bistums Trier, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, in ihrer Einladung zu der Andacht und zur Teilnahme am Streik betont. „Uns treibt die Sorge vor dem kommenden Winter um, angetrieben vom Krieg in der Ukraine und dem aus den Fugen geratenen Energiemarkt.“ Leider trage der Krieg in Europa auch dazu bei, dass die Bekämpfung des Klimawandels immer noch kein beherrschendes Thema in der deutschen Politik geworden ist. „Wir benötigen aber sehr große gesellschaftliche Veränderungen zur Bewahrung einer lebenswerten und friedvollen Zukunft für die heutigen und zukünftigen Generationen.“

Mit der Ökumenischen Andacht, die auch von der Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Trier sowie der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Trier mitgestaltet wurde, unterstützen das Bistum sowie der Kirchenkreis Trier ausdrücklich den Aufruf „Churches for Future“ des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit aus Solidarität mit der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung.

Weitere Informationen gibt es hier:

www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de 

oeko.ekir.de 

www.ekkt.de

www.bolivienpartnerschaft.bistum-trier.de

fridaysforfuture.de 


Schöpfungszeit 2022

Seit dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ein, den ersten Freitag im September als Schöpfungstag und den Zeitraum vom 1. September bis 4. Oktober als Schöpfungszeit zur Förderung eines nachhaltigen Lebensstils zu begehen.
Anlässlich der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vom 31. August bis zum 8. September 2022 findet die zentrale Feier des Ökumenischen Tags der Schöpfung 2022 am Donnerstag, 1. September 2022, in Karlsruhe statt. Das Motto lautet: „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt". Es ist einerseits eine verheißende Zusage, dass Gottes Handeln in der Welt und an der Schöpfung mächtig ist, andererseits führt es aber auch das menschliche Versa­gen vor Augen, das erheblichen Anteil daran hat, dass die Schöpfung leidet. Daher ist die Zusage auch immer eine Aufgabe an die Menschheit, die Schöp­fung Gottes zu bewahren, zu versöhnen und zu einen.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) legt nicht nur das jährliche Motto der Schöpfungszeit fest. Sie stellt auf ihrer Internetseitehttps://www.oekumene-ack.de/themen/glaubenspraxis/oekumenischer-tag-der-schoepfung auch Informationen und Materialien zur Verfügung. Insbeson­dere gibt es dort Gottesdienstentwürfe zum aktuellen Jahresthema, aber auch zu den Themen der vergangenen Jahre. Das aktuelle Gottesdienst- und Materialheft kann gedruckt bestellt oder als pdf-Datei auf der Internetseite heruntergeladen werden.

Wie im Liturgischen Kalender 2021/2022 vermerkt, ist im Bistum Trier der 2. September 2022 als diesjähriger Schöpfungstag festgelegt. Auf den Umweltseiten des Bistums werden Veranstaltungen zur Schöpfungszeit veröffentlicht: www.umwelt.bistum-trier.de/spirituelles/schoepfungszeit


Bistum stoppt Planung und Bau von fossilen Heizungsanlagen

Verantwortung für die Schöpfung

Trier - Das Bistum Trier erlässt für ein Jahr einen Planungs- und Baustopp für Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen für die Immobilien des Bistums und der Kirchengemeinden. Bis zum 31. Mai 2023 gilt, dass Generalsanierung, Austausch und Einbau von Heizungsanlagen mit ausschließlich fossilen Brennstoffen grundsätzlich nicht genehmigungsfähig sind. Instandsetzung und kleinere Maßnahmen an bestehenden Heizungsanlagen werden nur genehmigt, wenn dies den Brennstoffverbrauch signifikant verringert, eine effiziente Nutzung der beheizten Immobilie dauerhaft notwendig ist und organisatorisch sichergestellt wird, sowie wenn alternative oder ergänzende Heizungskonzepte geprüft wurden und gegebenenfalls umgesetzt werden.

„Die globale Klimakrise, der Ukraine-Krieg und unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung zwingen uns zu einer konsequenten Abkehr von den fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas“, erklärt der Generalvikar des Bistums Trier, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. „Das Bistum Trier will bestehende Klimaschutzziele konsequent fortschreiben und daraus abgeleitete strengere Regelungen erlassen“ – ein entsprechender Abstimmungsprozess mit den zuständigen Gremien laufe bereits. „Bis es soweit ist, dass dauerhafte verbindliche Regelungen getroffen werden, sollen nach Möglichkeit über Investitionen in Heizungsanlagen keine Tatsachen geschaffen werden, welche die Bauherren für die gesamte zukünftige Betriebszeit der Anlagen an fossile Brennstoffe binden.“

In seinem Energiebericht weist das Bistum Trier über 3.000 beheizte und mit Strom versorgte Gebäude aus. Der Gebäudetyp hat einen sehr starken Einfluss auf den spezifischen Energiebedarf. Zum Immobilienbestand des Bistums gehören unter anderem: Kirchen, Kindertagesstätten und Kindergärten, Pfarrhäuser, Pfarrheime und Pfarrzentren, Schulen und Verwaltungsgebäude. Deren Energieverbrauch lag für das Heizen im Jahr 2020 bei rund 142 Millionen Kilowattstunden; bei einem CO2-Ausstoß von knapp 40.000 Tonnen. Schon im März hatte von Plettenberg als Zeichen der Solidarität und Anteilnahme mit den Menschen in der Ukraine die Kirchengemeinden im ganzen Bistum gebeten, die Kirchenheizungen abzustellen oder wenigstens deutlich zu drosseln.